#Freundschaft

von und mit Gilla Cremer und Gerd Bellmann am Klavier

Ruth: Gilla Cremer, ein Freund der Musik: Gerd Bellmann, Regie: Dominik Günther
 

Wer gute Freunde hat, sagen die Wissenschaftler, wird seltener krank, lebt länger und glücklicher! Aber was ist ein wahrer Freund, eine gute Freundin? Wie viele davon haben wir und wo hat die Freundschaft ein Ende? Ein eingespieltes Theater - Duo packt das Thema beherzt an und begleitet vier Schulfreunde auf ihren Lebenswegen: Die Schauspielerin Gilla Cremer und der Pianist Gerd Bellmann besingen die Freundschaft, zeigen uns ihre Gesichter und erzählen Geschichten, die ebenso von Verlust und Enttäuschung handeln wie von Vertrauen, Trost und Freude. AUF DIE FREUNDSCHAFT!

Gilla Cremer, Preisträgerin des INTHEGA-Sonderpreises 2015, hat nach ihrem Erfolg mit “Die Dinge meiner Eltern” ein neues Juwel auf die Bühne gebracht.

Theater Unikate

Kritiken

Kritik aus der Borkener Zeitung vom Freitag, 10.09.2021

Theater der Kulturgemeinde
Freundschaft in allen Facetten

Von Elvira Meisel-Kemper

Borken. Gilla Cremer hatte das Theaterstück "#Freundschaft" geschrieben, bei dem sie als Schauspielerin neben dem Musiker Gerd Bellmann als erstes Theaterstück der Kulturgemeinde Borken nach der Corona-Pause auf der Bühne des Vennehofes stand. Es war eine philosophische, menschliche und soziale Auseinandersetzung mit diesem mehrdeutigen Begriff, der mit wenigen Utensilien, aber einem hervorragenden Schauspiel und überbordenden Texten und Zitaten von Cremer mehr als einmal und sehr nachhaltig Kopfkino bei den Besuchern entzündete.

Drei Haushaltsleitern unterschiedlicher Höhe und ein dicker Strick mit einer Schlaufe an einem Ende waren die einzigen Bühnenutensilien, welche Cremer brauchte. Mit dem Strick ließ sie Lassie und Flipper und ein hautenges Kleid auferstehen. Die Leitern waren mal Klappfahrrad, mal Mofa, mal Stockbetten, mal Zimmer, in denen diskutiert wurde und letztlich der Sarg für eine der "besten Freundinnen".

Die Freundschaftsgeschichte von Ruth (Cremer) begann im Alter von fünf Jahren. Sie erlebte verschiedene Formen von Freundschaft: Nutzen-Freundschaft, Lustfreundschaft, wahre Freundschaft. "Heute nennen die Soziologen das differenzierte Freundschaft ", so Ruth.

Seit dem Gymnasium war sie mit Knut (Gerd Bellmann) befreundet, aber auch mit Britta und Miwea, der besten Freundin von Ruth. Zusammen lernten alle vier in einer Ferienwohnung auf Borkum für das Abitur. "Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzens kennt und sie dir vorspielt, wenn du sie vergessen hast", zitierte sie Albert Einstein.

Runde Geburtstage feierten sie zusammen, heriateten andere Partner, bekamen Kinder, trennten sich wieder und wurden getröstet von ihren Freunden. "Freundschaft ist ein Akt der Freiheit, ohne Eheversprechen. Man ist aber immer füreinander da", war eine weitere philospophischen Bemerkungen, die sie berühmten Personen wie Aristoteles, Schopenhauer, Brecht und anderen weisen Menschen entlehnt hatte.

Manches ließ die Besucher schmunzeln, dann wieder nachdenklich werden, denn Erinnerungen an Erlebnisse mit den besten Freunden stellte sie komisch und lustig heraus. Zwischen Ruth, dem stoisch reagierenden Knut, den sie als "Freundschaftsverweigerer" darstellt, und ihren unsichtbaren Freundinnen Britta und Miwea entwickelte sich ein enges, aber sehr unterschiedliches Freundschaftsband.

Bevor Ruth für ein halbes Jahr für ein großes Filmprojekt nach Marokko ging, verlebten die drei Frauen auf Borkum einen Kurzurlaub. Es war Miweas Abschied, da Britta als Ärztin ihr eine tödliche Krankheit mitteilen musste. Nur Ruth erfuhr davon erst nach ihrer Rückkehr, als Miwea schon auf dem Totenbett lag. Wunderbar eindrucksvoll wechselte Ruth von der Trauer zur Hilflosigkeit, weil sie das nicht schon in Borkum gespürt hatte. Wie einen Sarg zog sie die gestapelten Leitern am Strick hinter sich ins Dunkel der Nacht des Todes. Es dauerte ein paar Sekunden, bevor das ergriffene Publikum mit tosendem Beifall reagierte.

Bildunterschrift: Gilla Cremer und Gerd Bellmann eröffneten mit dem Theaterstück "#Freundschaft" die Saison der Kulturgemeinde.

Pressestimmen:

In einer feinfühligen Mischung aus Satire, Intellekt und Poesie verfolgte das Publikum das Leben der vier Freunde: Wie sie das erste Mal Missgunst und Eifersucht erfahren, auf  Vertrauen und Nähe bauen, Respekt und Akzeptanz den anderen gegenüber empfinden. EimsNA – K.G.

Gilla Cremer hat mit „Freundschaft“ ein großes neues Juwel im Repertoire, das es locker verträgt, mehr als einmal erlebt zu werden. Zusammen mit den besten Freund/inn/en, aber sicher auch allein. KulturPort HJ F

Mit ihrer dynamischen One-Woman-Show begeistert Gilla Cremer ihr Publikum. Authentisch, gefühlvoll und berührend hält Gilla Cremer ein Plädoyer für eine Freundschaft und regt mit ihrem Stück zum Nachdenken an. E.C. NDR Kultur