Minguet Streichquartett

Joseph Haydn, Josef Suk, Gustav Mahler, Felix Mendelssohn Bartholdy

Das Minguet Streichquartett wurde mit dem Echo und dem renommierten französischen Diapason d'Or ausgezeichnet. Namenspatron ist der spanische Philosoph Pablo Minguet, der im Zeitalter der Aufklärung dem breiten Volk Zugang zu den Schönen Künsten verschaffen wollte.

Das Minguet Streichquartett ist international ein gern gesehener Gast. So konzertierte es u.a. in der Library of Congress in Washington, im Brucknerhaus Linz und auch in der Elbphilharmonie Hamburg. Zuletzt präsentierte das Ensemble seine feine Klangkultur mit einer Gesamteinspielung der Quartette von Mendelssohn und Suk.

Ulrich Isfort und Annette Reisinger, Violine
Aroa Sorin, Viola
Matthias Diener, Violoncello

Kritiken

Kritik aus der Borkener Zeitung vom 19.03.2019

Minguet Quartett im Vennehof
Ein glanzvoller Auftritt

Von Elvira Meisel-Kemper

Borken. Das Minguet Quartett hat durch glanzvolle Auftritte in Bonn, Würzburg, Lausanne, Santiago de Chile, London, New York und Wien Spuren auf dem internationalen Musikparkett hinterlassen. Auch mit dem Konzert im Vennehof hat es mit einer speziellen musikalischen Handschrift das Publikum überzeugt. Seit der Gründung des Quartetts 1988 ernten Ulrich Isfort (Violine), Annette Reisinger (Violine), Aroa Sorin (Viola) und Matthias Diener (Violoncello) Anerkennung. Ihre Art der Interpretation sprach für sich.

Joseph Haydn schrieb sein Streichquartett F-Dur op. 77 Nr. 2 Hob. III: 82 im Jahr 1799. Intensiv verarbeitete er Anregungen von Ludwig van Beethoven vor allem im zweiten Satz, den er als "Menuet: Presto" betitelt hat. Das Werk durchzog einen spannungsgelandenen Aufbau, der gerade im ersten Satz Raum ließ für kurze Solostimmen der Instrumente. Dabei bewiesen die vier Musiker ihr Können.

Eine bemerkenswerte Interpretation gelang ihnen auch beim Streichquartett f-Moll op. 80 von Felix Mendelssohn Bartholdy, das mit seiner Länge von 35 Minuten die zweite Konzerthälfte prägte. Schwermütig und melancholisch verarbeitete der Komponist den Tod seiner geliebten Schwester Fanny, die 1847 an einem Schlaganfall starb. Wenige Monate später folgte ihr der Komponist, der lediglich 38 Jahre alt wurde. Es war sein letztes Streichquartett.

Auch hier zeigte sich die Größe des Minguet Quartetts, das dieses schwierige Werk mit Empathie behandelte, ohne zu gefühlvoll zu werden. Mendelssohn Bartholdy komponierte keine klaren Konturen, sondern nahm den Hörer mit durch extreme harmonische und klangliche Spannungsfelder. Sie zeigten den Gemütszustand des trauernden Komponisten zwischen Angst, Verzweiflung und dem immer wieder aufkeimenden Lebenswillen. Gerade im ersten Satz, dem Allegro vivace assai wurde das von den Streichern herausgearbeitet. Rasende Klangstrukturen wechselten mit Sequenzen, in denen eine trügerische Beruhigung brodelte.

Direkt erholsam war es dagegen, Gustav Mahlers Werk aus den "Rückertliedern" zu hören sowie der Verarbeitung des Todes eines Angehörigen in der Ballade d-Moll, op. 3 Nr. 1 von Josef Suk zu lauschen. Dieser thematisierte den Tod seines Schwiegervaters Atnonin Dvorak und seiner Frau Otylka, der Tochter von Dvorak, auf eine romantische Weise.

 

...denn die Klang- und Ausdrucksfreude, mit der das Ensemble die Werke zur Sprache bringt, belebt noch das kleinste Detail. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Kaum ein Kammermusikensemble besitzt eine so hohe, ausbalancierte Klangkultur, eine solche Hingabe an die Musik und eine derart überragende Perfektion.“ (Oberbayerisches Volksblatt)