Nathan der Weise

von Gotthold Ephraim Lessing - Im Zentralabitur

Das Theater Poetenpack bringt Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturkreisen mit professionellen Spielern auf eine Bühne. Lessing reagierte mit seinem letzten Werk auf die religiöse Orthodoxie und Intoleranz seiner Zeit. Ort der Handlung ist Jerusalem um 1190, zur Zeit des dritten Kreuzzugs, eine Stadt, in der Christentum, Islam und Judentum direkt aufeinandertreffen. Im Mittelpunkt des Stücks steht die berühmte Ringparabel, die sich um die Frage dreht, welche der drei großen Weltreligionen die wahre sei. Nathans Antwort, der zufolge keiner der monotheistischen Religionen der Vorzug gegeben werden kann, hat an Aktualität bis heute nichts verloren. Vom ersten Moment der Auseinandersetzung mit dem Stück gab es die Idee des Regisseurs Andreas Hueck, Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen religiösen und kulturellen Lebenshintergründen in die Inszenierung zu integrieren. 2015 und 2016 wurde das bereits erfolgreich mit der Beteiligung einer Willkommensklasse in Potsdam realisiert und danach in verschiedenen deutschen Städten mit neuen Jugendlichen vor Ort wiederholt.

Dauer der Vorstellung: 2 Stunden 50 Minuten mit einer Pause

Theater Poetenpack

Pressestimmen

Der neue Tag - Oberpfälzischer Kurier vom 21. März 2018
"Teo Vadersen als gewitzter und weiser Jude spielt nuancenreich, bestens temperiert mit Herz, Kopf und Präsenz - kaum vorstellbar, dass die Rolle noch besser zu besetzen wäre. [...] Die Bühne [...] entwickelt mit Hockern und angedeuteten Tempelsäulen eine enorme Symbolkraft: am Ende - als die vielfältigen Verwandtschaftsverhältnisse der Protagonisten aufgeklärt werden - werden die vielen kleinen Säulen umgeworfen, und sternförmig aufgelegt. Sie weisen zu einer neuen, gemeinsam errichteten massiven Säule, von der alles ausgeht. Langer Applaus von einem begeisterten und erfreulicherweise sehr jungen Publikum"

DeWeZet vom 28. September 2016
„Zentraler Pol und Angelpunkt - klar doch: die Ringerzählung - und die lebt, auch hier, vom Nathan. Eine bewundernswerte Leistung von Teo Vadersen. [...] Zutiefst beeindruckend - so ganz still und konzentriert ist Theater-Publikum selten - die Schüler, die hier als Chor so multikulturell eingesetzt werden. [...] Andreas Hueck hat die Idee mit jungen Immigranten symphatisch umgesetzt und dem Stück damit eine Realität gegeben, die es sonst vermutlich nicht mehr gehabt hätte." 

Deutschlandfunk, Kultur heute vom 30. Oktober 2015
„Versöhnung der Religionen? - Der Regisseur Andreas Hueck schafft es mit seinen vorzüglichen Schauspielern auf einer nur mit wenigen Säulenresten ausgestatteten Bühne, aus Lessings Demonstrationsfiguren lebendige Menschen zu machen. (...) Wir erleben ein freies Theater, das einen "Nathan" von zugleich poetischer und politischer Klarheit präsentiert."

Potsdamer Neueste Nachrichten vom 6. Juli 2016
"Sprachtraining in einer Willkommensklasse"